(auch Guggamoseg, Guggemusig, Guggä u. ä.):

Chatzemusi (alemannisch-Katzenmusik) laut, jämmerlich, bewusst schräg (nicht falsch!)

Seit etwa um 1600 Fasnachtsbrauch zum Winteraustreiben, Geistervertreiben, auch zur Pestvertreibung, mit Trommeln und Pfeifen, „Instrumente“ zum Krachmachen wie Rasseln, Gießkannen, Blecheimer, Glocken, u.ä. sowie vielerorts mit Masken und Kostümen.

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Herkunftsregion:

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Alemannischer Raum (Schweiz), um die Jahrhundertwende Gebrauch „richtiger“ Instrumente im Grundtonblasverfahren und Schlagwerke aus der Basler „Trommelschule“. Überschwappen auf den süddeutschen Raum (Baden-Württemberg), Österreich, Liechtenstein und Norditalien in den 50er Jahren. Es gibt mehrere Stilarten wie z.B. die Züricher Guggen die anfänglich „schränzten“ ,d.h. überdeutlich falsch spielten wie ihre Schwestergruppen aus Basel oder Luzern, sich dann aber der verfeinerten Spielart mit erkennbaren Melodien zuwandten, bis zu fast schon Big-Band-Guggen.

Weiterhin sind es die Guggen der inneren Schweiz oder auch so genannte Quartierguggen, die mit ihrem monotonen Lärm der „Kakophonie“, der Geistervertreibung frönen. Im Allgemeinen spielen die Schweizer etwas „fälscher“ und die Deutschen eher richtiger, aber alle haben eines gemeinsam, den Leuten Freude und Stimmung zu bringen, abschalten vom Alltag, sich nicht für jeden falschen Ton entschuldigen zu müssen und einmal auch für kurze Zeit „Der Star“ einer Riesenfete zu sein. Nach der Wende 1989 kam der zweite „Gugge-Schwapp“, jetzt in Richtung Nord-Osten, nach Meerane in Sachsen.